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Nächstes Spiel

Bezirksliga Gruppe 5

Linner SV : Rhenania Hinsbeck

Sonntag 05.09.2010
15:00 Uhr

Kurkölner Str. 30
47809 Krefeld

Letztes Spiel

Bezirksliga Gruppe 5

VFL Willich : Linner SV

1 : 2

Von der Gründung bis zum Kriegsausbruch

Der erste Weltkrieg 1914/1918 war vorbei. Überall wurde wieder die friedliche Gemeinschaft
Gesucht. Viele Freunde des Sports trafen sich. Das Aufkommen der Turn- und Sportbewegungen war unverkennbar. Auch in unserem Heimatort Linn war man der Überzeugung, dass der Sport notwendig sei, um die Bürger an Leib und Seele zu stärken.

Einige fußballinteressierte Idealisten, zum Teil schon vorher im Turnverein tätig, hielten es für erforderlich, auch in Linn einen Fußballverein zu gründen. Man vermerkte am 15. August 1918, als innerhalb einer Versammlung von Sportfreunden die Gründung des Linner Spielvereins beschlossen wurde.

Hauptverantwortlich für ein solches Tun waren Lehrer Simon Schweren, Willi Mauermann und Josef Hibbeln. Der Vereinsvorsitzende wurde Willi Mauermann. Zum Geschäftsführer wurde Franz Hormanns gewählt. Wichtig waren aber, dass Eine Mannschaft zusammengestellt wurde, die aktiv spielen konnte. Zunächst einmal wurde „wild“ gespielt. Der Verein gehörte keinem Verband an. Auf einer vom Bauern Horster zur Verfügung gestellten sportplatzähnlichen Wiese am Kohlplatzweg fanden die ersten Spiele statt.

Schließlich wurde dann auf einer Mitgliederversammlung, der Verein war bereits wesentlich größer geworden, die Aufnahme in den Verband beschlossen. Dies beflügelte natürlich.

Von da an gab es einen geordneten Spielbetrieb. Lehrer Simon Schweren übernahm den Vereinsvorsitz und nachdem kurzzeitig eine „Kull“ am Kavarienberg als Sportplatz diente, wurde ein neuer Sportplatz am Bruchfeld errichtet. Die Ausweitung der Industrie hinderte uns, dort weiterzuspielen. Es wurde ein Schrottlager der Firma Hake errichtet. Aber schnell kam Hilfe durch den sportbegeisterten Bauern Arthur Daniels. Damit wir weiter spielen konnten, stellte er uns eine Wiese am Weidenbruchweg zur Verfügung. Darauf erstellten wir ein Spielfeld und die Tore.

Aber dieser Sportplatz hatte ein Manko: Er wurde in der Zeit, wo dort nicht fußballgespielt wurde, als Kuhwiese genutzt. Manchmal mussten die weidenden Kühe vor dem Spiel heruntergetrieben werden. Beim nachfolgenden Spiel verspürten wir oft die Folgen. Das Spiel wurde zum „Match“, da oft die Aktiven in etwas hineinfielen, was die Kühe hinterlassen hatten. Erst als Gerhard Heymann die Aufgaben eines Platzwartes übernahm, wurde es um den Zustand der Anlage weitaus besser. Dies betraf auch die Leistungen. Drei Jahre nach der Gründung konnte mit dem Aufstieg zur B-Klasse der erste große Vereinserfolg gefeiert werden. Sogar eine neue Vereinsfahne gab es.
Allerdings wurde das Siegen in der höheren Spielklasse schwieriger.

Über viele Jahre gab es einen Mittelplatz in dieser Klasse. Was unangenehm den Verein betraf: Wenn verloren wurde, waren es nie die Aktiven schuld. Es gab durch manche unangebrachte Kritik an der Vereinsführung viel Ärger. So manchen Wechsel auf der Position des Vorsitzenden musste der Verein verkraften.

Der Tatkraft so verdienter Männer, wie Ludwig Marcelli, Karl Hintzen, Gert Heymann, Cornelius Daam und Bruno Vander war es zu verdanken, dass wieder Stabilität eintrat. Mit dem Direktor Eichenberg von der Rheinholdhütte, einer Firma am Rheinhafen, kam eine weitere Persönlichkeit hinzu. Mit Hilfe dieser Rheinholdhütte wurde das Spielfeld unserer Sportanlage in einem guten Zustand gebracht. Unser seinerzeitiger Vereinswirt Karl Hintzen stiftete die gesamte Sportplatzumzäunung. Plötzlich konnten die aktiven Fußballer wieder besser motiviert werden. Es kam wieder Leben in den Verein. Mit dem Verbandsschiedsrichterfachwart, dem Lehrer Heinz Hülsmeier , konnten wir Mitte der dreißiger Jahre einen ausgezeichneten Trainer verpflichten. Dies machte sich in gesteigerten Leistungen der Fußballer bemerkbar. Der Linner Spielverein bekam über den Krefelder Raum hinaus ob seiner Spielstärke mehr Ansehen. Auch das sonstige Vereinsleben kam nicht zu kurz. Welch schöne Zusammenkünfte gab es. Herrausragend waren natürlich die Ankerfeste in unserem Vereinslokal Karl Hintzen.

Doch dann machte der Ausbruch des Krieges im September 1939 ein Ende dieser schönen Zeit. Viele unserer Mitglieder mussten den Soldatenrock anziehen. An dieser Stelle wollen wir noch einmal die Namen unserer alten Garde nennen, die in den Vorkriegsjahren manchen Erfolg für den Linner Spielverein eingebracht haben. Dabei erhebt diese Namensliste keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Torhüter: Willi Mauermann, Erich Former, Fritz Kisters, Theo Scholer, Jakob Schäfer, Willi Garrecht

Verteidiger: Johann Kaufels, Jakob Moris, Hans Blome, Heinrich Schmitz, Hans Vesentini

Läufer: Hubert Roggen, Franz Kisters, Josef Junkers, Albert Junkers, Albert Jackstadt, Franz Küppers, Josef Imhoff, Heinrich Gerhards

Stürmer: Theo Heymann, Bernhard Küsters, Ernst Junkers, Heinrich Schmitz, Jakob Driessen,
Jakob Klassen, Walter Schmitz, Jakob Hufen, Willi Schmitz, Bernhard Schiffer.

 

Die Jahre des zweiten Weltkrieges von 1939 bis 1945

Ende des Jahres 1939 begannen sich die Reihen in unserem Mitgliederbestand zu lichten. Zuerst waren es nur einzelne Kameraden, die zum Wehrdienst eingezogen wurden. Aber dann bekamen wir die Auswirkungen des Krieges deutlicher zu spüren. Viele unserer jungen Spieler mussten den Arbeitsdienst ableisten oder mussten der Waffenpflicht gehorchen. Dann wirkten sich die deutschen Zwangsmaßnahmen für uns gut aus. Unter den jungen Männern die Zwecks Arbeitseinsatz auch nach Linn kamen, waren einige Sportler aus Holland und Belgien, die wir in unseren Verein aufnahmen. Bald traten aber Schwierigkeiten auf.

Der N.S.R.L. ( Nationalsozialistischer Reichsbund für Leibesübungen ) billigte lediglich eine Mitgliedschaft von fünf Ausländern im Verein. Dies war für uns untragbar, denn die im Stadtbezirk geborenen Vereinsmitglieder Heinz Houppermanns, Hans Rütten, Heinz Rütten, Peter Rütten, Gert Heymann, Hans Heymann, Leo Heymann und Gerhard van Treek ( alle Holländer ) wurden ebenfalls zu den Ausländern gezählt. Der Verein hatte also so schon sein Soll überschritten. Dabei waren die Sportler schon seit der Schulzeit im Verein aktiv.

Der Vorstand blieb aber bemüht, weiter eine starke Mannschaft zu behalten. Große Verdienste erwarb sich in diesen Kriegsjahren Gert Heymann, der im November 1939 die Führung des Vereins übernahm. Er schmiedete eine deutsch-belgisch-holländische Sportgemeinschaft, die sich glänzend bewährte. Diese ausländischen Sportkameraden wurden in den Linner Spielverein aufgenommen: Vitaal Backelgaun (Belgien, Nationalspieler), Earel Claes ( Belgien, Jugendnationalspieler ), Bernhard de Sy, Johannes de Brain, Peter Gaddin, Wilhelm Gaddin, Pieter Elsäcker, Jan Staufels, Cornelius Bleys (alle Holland) und Albert Adelein ( Elsaß-Lothringen).

Durch diesen Zuwachs, besonders der Spieler Backelgaun, Claes, Adelein und Bleys hatte die Linner Mannschaft eine ernorme Stärke. In der Spielzeit 1942/43 wurden wir ungeschlagen Bezirksmeister und Pokalsieger von Krefeld. Aber man missgönnte uns die Erfolge. Für diese Leistungen erhielt der Linner Spielverein keine Anerkennung von Seiten des Verbands oder eines anderen Vereins. Anstelle einer Ehrung für sportlich gute Leistungen wurde gegen den Linner Spielverein von vielen Seiten Sturm gelaufen.

Es wurde uns vorgeworfen, dass wir zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebes eine Ausländermannschaft zur Verfügung hätten. Kurzfristig erhielt der Vorstand die Nachricht, dass der Verein gesperrt würde, falls die Angelegenheit nicht innerhalb von drei Tagen geregelt sei. Gert Heymann suchte nach einem Ausweg. Er fand ihn mit Hilfe des Polizeipräsidiums. Auf Antrag wurde für alle holländischen und belgischen Kameraden eine Bescheinigung ausgestellt, dass sie Volks-deutsche seien.

Mit diesen fuhren Gert Heymann, Karl Hintzen und Peter Heier zur Verbandsgeschäftsstelle nach Remscheid. Dort wurde eine Verhandlung mit Gerd Heymann abgelehnt , da er Holländer sei. Es wurde aber erreicht, dass die angedrohte Sperre unwirksam blieb. Wir konnten mit der Mannschaft in gleicher Besetzung weiterspielen. Soweit der Spielbetrieb in den letzten Kriegsjahren noch lief, waren die Linner wegen ihrer Spielstärke gefürchtet.

Es war aber nicht nur das Verdienst dieser Gastspieler, dass unser Verein leistungsstark blieb, aber auch eine gute Heimat für die Urlauber war. Große Verdienste erwarben sich unter anderem unsere Mitglieder Josef Blankenheim, Hans Leisten, Hans Heymann, Gerd Wefers, Heini Wefers, Peter Wefers, Peter Kannen, Jakop Hissen, Hans Rütten, Gerd van Treek, Hans Dickmeis. Nicht zu vergessen die Leistung von Peter Heier , der zu allen wichtigen Spielen von Hamburg aus anreiste, wo er als Soldat stationiert war.

Herausstellen müssen wir aus dieser Zeit Hans Moll, Willi Winkmann, und Peter Lingen. Diese waren es, die unsere Spieler in großem Maße wirtschaftlich unterstützten. Viel verdanken wir jedoch auch den Männern, die in dieser schweren Kriegszeit mit Idealismus die Verwaltungsaufgaben wahrnahmen.: Gerd Heymann, Josef Bruns, Christian Bruns, Willi Kettmann und Cornelius Daam, Ingesamt hat die Kriegszeit 131 Einberufungen gefordert. 16 Kameraden fielen auf dem Schlachtfeld, zwei Kameraden blieben vermisst.

Damit der Kontakt zur Heimat erhalten blieb, verfasste Gerd Heymann 7950 Sportbriefe, die alle von Frl. Luise Leisten, heute in Belgien verheiratet, auf der Schreibmaschine geschrieben wurden. Trotz der Vorstandsarbeit wurde diese zusätzliche Leistung vollbracht.

 

Glanzzeit bis zum Dreißigjährigen

Kaum war der unglückliche Krieg zu Ende, rührte sich wieder Leben im Verein. Ein erstes Spiel gegen SV St. Tönis wurde am 8.Juli 1945 mit 6:4 gewonnen. Zuvor hatte in der Gast-stätte Balk eine Mitgliederversammlung Gert Heymann mit der Vereinsführung beauftragt.

Er erwirkte, dass von der Militärregierung die Erlaubnis erteilt wurde, dass der Verein wieder Sport betreiben durfte. Allerdings mussten bei Spielen Zuschauer ferngehalten werden. Auch durfte es keine Sportzusammenkünfte geben. Nach und nach kehrten die Mitglieder aus der Gefangenschaft heim.

Am 13.Oktober 1945 gab es eine große Mitgliederversammlung. Hier wurde Fritz Krischer zum Vorsitzenden gewählt. Geschäftsführer und Jugendleiter wurde Gert Heymann, Kassierer Christian Bruns und Willi Kettmann. Dann gab es aber schon den ersten großen Auftritt unserer ersten Mannschaft.. Im Uerdinger Stadion wurde vor 3000 Zuschauern die englische Elf der „Royal-Air-Force“ mit 3:2 (1:1) besiegt. Dabei standen beim Spielgegner vier Nationalspieler in den Reihen. Dadurch war in Krefeld der Linner Spielverein wieder in aller Munde.

Im Jahre 1946 normalisierte sich der Spielbetrieb. Durch weitere gute Leistungen konnte sich
Unsere erste Mannschaft für die Bezirksklasse qualifizieren. Lagen wir bei Halbserie in der Tabelle noch knapp hinter Viktoria Anrath, bei Saisonende war der Meistertitel erreicht. Wir hatten damit die Teilnahmeberechtigung für die Aufstiegsrune zur Verbandsliga, der damals zweithöchsten Klasse, erworben.

Es begann gut, denn in Homberg besiegten wir Hochheide 89/19 mit 1:0. Wer weiß noch, wie drei Minuten vor Schluß der Ball, von Kurt Giskes soeben angetippt, langsam zum Siegtor über die Torlinie kullerte? In Kempen lagen wir im zweiten Spiel gegen Viktoria Goch noch mit 0:1 zurück. Aber dann wirbelten unsere Mannen, bis es 6:1 für Linn hieß. Aber dem guten Beginn folgten zwei Niederlagen, mit 3:5 in Rheydt gegen Odenkirchen und mit 1:3 in Neuss gegen den dortigen VfR.

Nur ein Sieg im letzten Spiel gegen den CfR Hardt konnte den Aufstieg bringen. In Uerdingen aber hieß es nach 90 Minuten nur 1:1. Danach standen der VfR Neuss (10:0 Punkte) und der CfR Hardt ( 6:4 Punkte) auf den beiden Aufstiegsplätzen. Linn war mit 5:5 Punkten Dritter und musste im kommenden Jahr in der Bezirksklasse einen neuen Anlauf nehmen.

Mit noch größerem Ergeiz stiegen unsere Spieler in das Spieljahr 1947/48 ein. Gerade im Jahre des 30jährigen Vereinsbestehens sollte es noch besser werden. Und wie es da klappte. Zuerst wurde überlegen die Meisterschaft in der Bezirksliga gewonnen. Erneut wurde die Aufstiegsrunde zur Verbandsliga angegangen.

So sah das Zahlenbild in dieser Runde aus:
1. Spiel in Neuss gegen Odenkirchen 05/07 4:1, 2.Spiel in Mönchengladbach gegen Neuss-Weissenberg 1:1, 3.Spiel in Hüls gegen Hochheide 89/19 4:1, 4.Spiel in Kevelar gegen SC Kleve63 1:0, 5.Spiel in Grevenbroich gegen Eintracht Mönchengladbach 1:2. Damit waren wir Bezirksmeister des Linken Niederrheins und Aufsteiger. Dieser Aufstieg war einer der größten Erfolge, die der Linner Spielverein je errang.

Folgende Mannschaft trug dazu bei: Düpre, Kuhnen, Heymann, van Teek, Heier, H.Wefers, Pernutz, Hackstein, Wefers, Hissen, Giskes und Grothe. Mitverantwortlich für diese Erfolge in der Nachkriegszeit war Trainer Ferdi Silz, der die Mannschaft mustergültig betreute.

Zu diesem Jubiläum sorgte Gert Heymann für ein umfassendes Sportprogramm. Ein A-Jugendturnier gewann der SSV Oberkassel, bei der B-Jugend war der ESV Krefeld der Sieger. Es gab auch eine Sportwoche mit einem packenden Finale zum Abschluß.

Der VfL Willich Wurde Jubiläumspokalsieger durch ein 1:0 gegen die Sportfreunde Neuwerk. Das Festbankett im Saale Nauen rundete das Geschehen ab. Es waren wirklich schöne Stunden und Tage, die unser Mitglieder vom Wiederaufbau nach dem Kriege bis zu diesem Dreißigjährigen im Verein erleben konnten.

 

Dem Hoch folgte ein Wellental

Nach dem Aufstieg 1948 zur Verbandsliga gab es einen harten Kampf .Was uns erwartete, zeigte sich beim Auftaktspiel in Essen an der Bäuminghausstrasse. Mit 0:6 bekamen wir die Stärke von TuS Helene Essen zu spüren. Viele große Namen bekamen wir zum Gegner. Da schaffte Schwarz-Weiß Essen weder am eigenen Uhlenkrug noch auf unserem Greiffenhorst-platz einen Sieg. Jeweils hieß es 1:1.

Der VfB Speldorf wurde in der ganzen Saison nur einmal auf eigenem Platz am Mülheimer Blötterweg geschlagen. Dies ausgerechnet mit 1:3 gegen Linn. Zweimal mit 2:1 wurde der TuS Gerresheim besiegt. Wie musste der Favorit VfL Benrath, der mit Theo Kirchberg und Paul Mebus antrat, um seinen 3:1 Sieg kämpfen. Wohl den größten Besuch mit über 4000 Zuschauern hatte der Linner Sportplatz beim Lokaltreffen gegen Union Krefeld.

Nur unglücklich mit 3:4 gingen die Punkte verloren. Mit Union Hamborn, BV Altenessen, FC Ohlig, Rheydter Spielverein war diese Klasse namensmäßig ausgezeichnet besetzt. Leider gab es zu viele Verletzungen schwerer Art. In der zweiten Serie musste teilweise mit einer verstärkten Reserve gespielt werden.

Mit dem drittletzten Tabellenplatz wurde die Saison beendet. Die Chancen auf Erhalt dieser Klasse konnte nicht genutzt werden. Ein Entscheidungsspiel auf dem Moers-Scherpenberger Sportplatz gegen den SV Beeckerwerth ging trotz einer 2:1 Führung mit 2:4 verloren. Dies bedeutete Abstieg zur Bezirksklasse.Der vorher so erfolgreichen Zeit folgte ein Wellental. Nach dem Abstieg aus der Verbandsliga verließen uns mehrere Spieler.

Besonders schmerzlich war der Weggang von Josef Pernutz, der zuerst Vertragsspieler bei den Krefelder Preußen wurde. Er war später noch lange Zeit bei Arminia Bielefeld und dem süddeutschen Oberligisten VfL Neustadt aktiv. Schon zwölf Monate später folgte ein weiterer Abstieg, diesmal zur ersten Kreisklasse. Langsam kehrte wieder die einige Zeit vermisste Kameradschaft und Harmonie ein. Bereits auf Anhieb wurde der Meistertitel geholt.

Einige Jahre gab es dann in der Bezirksliga gute Mittelpositionen. Dann ging es 1955 aber wieder herunter. Das Gastspiel in der ersten Kreisklasse dauerte wieder nur ein Jahr. Dann stand der Linner Spielverein wieder in der Bezirksliga. In der gleichen Saison kam die Juniorenmannschaft auf Rang zwei am Niederrhein.

Die Spielzeit 1956/57 gehörte wieder zu den guten Zeiten. Mit einem acht Punkte Vorsprung wurde in der Bezirksliga der Aufstieg zur Landesliga geschafft. Es war die große Zeit eines Bernhard Steffen, der trotz seiner erst 20 Jahre die Kameraden zu großen Leistungen mitriss.

Doch in der höheren Klasse mussten wir ohne ihn auskommen. Fortuna Düsseldorf war auf ihn aufmerksam geworden.

Unser Stolz war dennoch groß, als Bernhard Steffen innerhalb kurzer Zeit durch gute Leistungen den Weg in das berühmte Notizbuch des damaligen Bundestrainers Sepp Herberger fand.

In der Landesliga erzielten wir folgende Ergebnisse:

VfB Lohberg 1:2 und 1:4, Union Hamborn 4:1 und 2:0, Preussen Krefeld 1:1 und 1:5, TuS Meerbeck 1:0 und 1:1, FC Geistenbeck 1:1 und 2:11, TuS Rheinhausen 2:1 und 1:2, TSV Kaldenkirchen 2:2 und 0:5, Westende Hamborn 1:1 und 1:3, Hamborn 09 1:2 und 0:2, Bayer Uerdingen 1:1 und 0:2, VfB Kleve 2:1 und 0:2, Viktoria Goch 1:1 und 1:2, SC Lobberich 1:1 und 2:4, SV Beeckerwerth 0:0 und 2:2.

Ein Jahr später mussten wir uns in der Bezirksklasse wiederfinden. Dort spielten wir einige Zeit nur eine untergeordnete Rolle. Fast hätte es nach dem Spieljahr 1962/63 einen Abstieg zur Kreisklasse gegeben. Nur durch einem knappen 3:2 Sieg auf dem Sprödentalplatz gegen den ESV Krefeld blieben wir nach diesem Entscheidungsspiel drin.

Als danach Trainer Peter Nilges fast die gleiche Mannschaft übernahm, gab es einen unverhofften Höhenflug. Erst das letzte Punktspiel entschied über den aufstieg. Hier verloren wir vor über 2000 Zuschauern gegen den SV St. Tönis mit 0:2. Dadurch rückte der SV St. Tönis zur Landesliga vor.

Es war in dieser Spielzeit der Name des Vereins auch im DFB-Pokal gut im Gespräch. Nach Siegen bei den Verbandsligisten VfR Neuss mit 3:2 und SC Kleve mit 5:1 gab es dann das Zusammentreffen mit dem frischgebackenen Amateurmeister und Aufsteiger zur Regionalliga Homberger Spielverein.

Die Sensation trat ein: Linn gewann mit 1:0 und stand in der ersten WFV-Hauptrunde. Hier gebot der Düsseldorfer Landesligaklub Bilk 13 nach einem 3:3 in Linn mit dem 0:4 in Bilk ein Halt. Als ein Jahr später wieder die Pokalhauptrunde erreicht war, stand beim Spiel gegen Eintracht Duisburg der Name unseres Vereins sogar auf dem Totozettel. Wir verloren das Spiel mit 0:4.

Mehr und mehr schlich sich selbst bis in die unteren Klassen der bezahlte Amateur ein. Da in Linn das Geld knapp war, gingen Jahr für Jahr hoffnungsvolle Talente zu anderen Vereinen. Niemand verwunderte es, wenn es nach der Saison 1966/67 zum Absinken in die erste Kreis-klasse kam. Die ersten Jahre standen wir auch noch oft in der oberen Tabellenhälfte. Aber dann waren wir oft froh, das Unglück, ein Absinken in die zweite Kreisklasse, zu verhindern.

 

Der unerwartete Aufstieg in der Saison 81/82

Man möge es nicht glauben, genau 15 Jahre spielte unsere erste Mannschaft in der selben Klasse. Und genau in dem Jahr, wo man vorher mit dem Schlimmsten rechnete, trat der Wandel zu Guten ein. Durch viele Abgänge in Richtung Adler Nierst schien die Mannschaft personell so geschwächt, dass einzig der Erhalt der Kreisliga A ( wie die vorherige erste Kreisklasse nun heißt ) das Saisonziel für 81/82 war.

Doch Trainer Hermann Becker verstand es ausgezeichnet, die aus der eigenen A-Jugend gekommenen Talente in den Kader einzubauen. Dennoch glaubte keiner bei Abschluss der ersten Serie an ein Höherkommen. Aber im Mai 1982 war es soweit. Das allerletzte Meisterschaftsspiel führte uns in Linn mit dem feststehenden Meister Rhenania Hinsbeck zusammen. Ein Punkt genügte. Tatsächlich spielten wir auch 2:2, der zweite Aufstiegsplatz war entgültig mit einem Zähler Vorsprung vor Amern sicher. Selbst ein 5:0 der Amerner in Vinkrath konnte uns nicht gefährden. Ein krasser Außenseiter wurde Aufsteiger in die Bezirksliga. Beim Linner Spielverein ist eben vieles möglich.

In der höheren Liga mussten wir gleich tüchtig Lehrgeld bezahlen.
Nach den Auftaktspielen gegen Schiefbahn, Gellep und 1.FC Viersen wiesen wir 0:6 Punkte auf. Schnell machten unsere Mannen aber Boden gut. Als es nach der ersten Serie berits 15:15 Punkte gab, war das Thema Abstieg schon nicht mehr aktuell. Dennoch gab es wieder Gefahr, als einige unerwartete Punktverluste auftraten. Es schien sich eine leichte Krise anzubahnen. Sogar einen Wechsel auf der Trainerposition gab es. Für Hermann Becker kam Horst Redowski. Doch dann Aufatmen bei Saisonschluss.

Die Bezirksliga war gerettet. Es wäre zu schade gewesen, gleich im ersten Jahr wieder abzusteigen. Denn wie schwer ein Höherkommen ist, haben die vergangenen Jahre deutlich gezeigt.

Der Abstieg der ersten Mannschaft 1985 in die Kreisliga A, nach drei Spielzeiten, war traurig. Trotz guter Arbeit der Trainer Horst Redowski und Hans Peters konnte die Bezirksklasse nicht gehalten werden.

Ein Trostpflaster für den Verein war der Aufstieg der Reserve in die Kreisliga B.

 
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